Bei bestickter oder bedruckter Kleidung entscheidet die Waschtemperatur darüber, ob ein Firmenlogo nach vielen Wäschen noch scharf aussieht oder ausgefranst wirkt. Dazu kommt die Reibung in der Trommel, die Stickgarn mit jeder Wäsche aufraut. Beides steuern Sie selbst, und zwar bevor die Maschine anläuft. Die Grundregel lautet: Arbeitskleidung getrennt von der Privatwäsche waschen, die Temperatur am Pflegeetikett ausrichten und veredelte Teile auf links drehen.
Dürfen Beschäftigte Berufskleidung selbst waschen?
In den meisten Fällen ja. Entscheidend ist, welcher der drei Kategorien Ihre Kleidung zuzuordnen ist:
● Dienstkleidung sorgt für ein einheitliches Erscheinungsbild, etwa bestickte Polo-Shirts oder bedruckte T-Shirts mit Firmenlogo. Diese Teile dürfen privat gereinigt werden.
● Berufskleidung ist auf ein Berufsbild abgestimmt, zum Beispiel die Zunftkleidung im Handwerk. Auch sie lässt sich in der Regel selbst waschen, solange keine besonderen Hygienevorgaben gelten.
● Schutzkleidung schützt vor konkreten Gefahren, etwa Flamm- oder Chemikalienschutz. Hier ist häufig eine professionelle Reinigung vorgeschrieben, weil Haushaltsbedingungen die Schutzfunktion beschädigen können.
In Bereichen mit strengen Hygieneauflagen wie der Lebensmittelverarbeitung oder in Reinräumen läuft die Reinigung üblicherweise über den Betrieb und nicht über die private Maschine. Die klassische Firmenkleidung mit Logo, um die es hier geht, fällt dagegen fast immer in die Kategorie, die bedenkenlos zuhause gepflegt werden kann.
Fünf Grundregeln, um Arbeitskleidung schonend zu reinigen
Berufskleidung ist meist stärker verschmutzt als Alltagswäsche und braucht deshalb ein eigenes Vorgehen. Die folgenden fünf Regeln gelten für unveredelte Ware genauso wie für Teile mit Logo, unterscheiden sich dort aber in der zulässigen Gradzahl.
- Getrennt waschen: Setzen Sie für Arbeitskleidung immer eine separate Wäsche an, damit Öl, Fett oder Schleifstaub nicht auf Ihre Privatkleidung übergehen.
- Temperatur nach Etikett: Aus Hygienegründen sind 60 Grad ideal, um Bakterien und hartnäckigen Schmutz zu lösen. Viele Mischgewebe und alle veredelten Teile vertragen weniger. Achten Sie immer auf die Angaben auf dem Pflegeetikett.
- Die richtige Waschmittelwahl: Pulver-Vollwaschmittel eignet sich für unveredelte, stark verschmutzte Arbeitskleidung ab 60 Grad (sofern im Etikett keine niedrigere Temperatur angegeben ist), weil es dort die höchste Reinigungskraft entfaltet. Veredelte Teile waschen Sie besser bei 30 Grad mit flüssigem Color- oder Feinwaschmittel, denn Pulver löst sich in kaltem Wasser schlecht auf. Bleiche und optische Aufheller im Vollwaschmittel bleichen zusätzlich das Stickgarn aus.
- Weichspüler weglassen: Er legt einen Film um die Fasern, verschließt Poren und lässt Stickgarn stumpf wirken.
- Waschmaschine
pflegen: Bei regelmäßiger Wäsche
stark verschmutzter Berufskleidung empfiehlt sich alle vier bis acht
Wochen ein Leerlauf mit Maschinenreiniger bei 90 Grad, damit sich keine
Rückstände und Gerüche festsetzen.
Bei veredelten Textilien hängen Punkt 2 und 3 zusammen. Die 30 Grad schließen Pulverwaschmittel automatisch aus, weil es sich kalt nicht löst.

Veredelte Arbeitskleidung waschen
Um Ihre Arbeitskleidung möglichst lange tragen zu können, sollten Sie immer folgende Punkte befolgen.
Kleidung auf links drehen und Temperatur senken
Waschen Sie bestickte und bedruckte Arbeitskleidung im Schonwaschgang bei maximal 30 Grad, selbst wenn das Etikett 40 Grad erlaubt. Drehen Sie das Teil vor dem Waschen auf links. Dann scheuert das Motiv nicht an Trommel und anderen Textilien.
Trocknen und bügeln ohne Schaden
Im Wäschetrockner schrumpft das Textil in der Hitze, während Druck und Stickerei ihre Größe behalten. Die Folge sind Wellen im Motiv und Ränder, die sich vom Stoff lösen. Lassen Sie veredelte Kleidung deshalb immer an der Luft trocknen.
Bügeln sollten Sie ebenfalls von der Innenseite, damit das heiße Eisen den Druck nie direkt berührt. Eine Stickerei bügeln Sie am besten gar nicht flach, sondern legen ein Tuch dazwischen oder dampfen sie vorsichtig von der Rückseite. In jedem Fall vorher immer das Etikett prüfen, ob das Kleidungsstück zum Bügeln geeignet ist.

Pflegesymbole richtig lesen
Das Etikett nennt Grenzwerte und keine Empfehlungen. Der Waschbottich mit der Gradzahl steht deshalb für die höchste Temperatur, die das Gewebe gerade noch verträgt. Die Balken darunter schränken zusätzlich die Mechanik ein, einer für den Schonwaschgang, zwei für den Feinwaschgang. Das durchgestrichene Trocknersymbol lässt dagegen keinen Spielraum, weil es den Wäschetrockner unabhängig von der Robustheit des Stoffs ausschließt.
Da das Etikett den Stoff bewertet und nicht die Veredelung darauf, bleiben Sie beim Waschen veredelter Teile eine Stufe unter der angegebenen Gradzahl.
Wie lange halten Druck und Stickerei?
Die Haltbarkeit hängt an der Veredelungsart und an der Behandlung im Alltag. Am längsten hält die Maschinenstickerei, weil das Garn in den Stoff eingestickt und nicht aufgetragen wird. Beim Textildruck liegt der Siebdruck vorn, danach folgt der Digitaldruck. Am anfälligsten sind Flex- und Flockfolien, weil sie als Schicht auf dem Gewebe sitzen und sich schneller an den Rändern lösen können. Hitze verzieht das Material zusätzlich und löst es vom Trägerstoff.
Bei 30 Grad und Lufttrocknung überstehen eine Maschinenstickerei und ein Siebdruck die Tragedauer des Kleidungsstücks in der Regel. Eine Folie erreicht das nur bei sehr schonender Behandlung. Feste Wäschezahlen wären an dieser Stelle Scheinpräzision, weil Stoffqualität und Waschverhalten die Spanne zu stark verschieben.
Öl- und Fettflecken richtig vorbehandeln
Im Handwerk und in der Industrie können Flecken entstehen, die ein normaler Waschgang nicht löst. Bei täglichem Kontakt mit Schmierstoffen weichen Sie stark verschmutzte Teile deshalb zwei bis drei Stunden in lauwarmem Wasser ein. Grobe Stellen behandeln Sie zusätzlich mit Kernseife oder Waschsoda vor, sonst verteilt die Maschine das Fett möglicherweise im Gewebe.
Bei Teilen mit Logo begrenzt sich die Vorbehandlung auf den Stoff, denn Fleckenmittel greift Druckfarbe und Stickgarn ebenso an wie den Fleck. Aus demselben Grund bleiben Bleichmittel ganz außen vor. Gerüche wie Diesel oder Schweiß sitzen dagegen im Gewebe und nicht auf der Oberfläche, deshalb hilft dort ein Hygienespüler in der separaten Wäsche.

Wann sich eine professionelle Reinigung lohnt
Nicht jede Arbeitskleidung können Sie selbst reinigen. Den Ausschlag gibt, ob an der Kleidung eine Funktion hängt, die eine Wäsche zerstören kann. Vorgeschriebene Schutzkleidung und Teile mit Spezialmembranen fallen darunter, weil Fachbetriebe deren Ausrüstung mit abgestimmten Verfahren erhalten. Seltener greift das zweite Kriterium, nämlich dauerhafte Öl- und Fettrückstände, die die eigene Maschine belasten. Alltägliche Firmenkleidung pflegen Sie dagegen ohne Umweg zu Hause.
Häufige Fragen zu Wäsche und Pflege
Das Verbot betrifft vorgeschriebene Schutzkleidung und Betriebe mit hohen Hygieneanforderungen wie die Lebensmittelverarbeitung oder die Pflege. Der Grund liegt in der Maschine und im Waschmittel. Haushaltswaschmittel greifen Ausrüstungen wie Flammschutz oder Imprägnierung an. Die kleine Trommel presst empfindliche Membranen zusammen, statt sie frei umzuspülen. Bestickte Dienst- und Berufskleidung trägt keine solche Schutzschicht. Sie darf deshalb in die eigene Maschine.
Der Schmutz entscheidet über die Reihenfolge. Öl und Fett gehen vor dem Waschgang ab, sonst verteilt die Trommel sie im Gewebe. Erst danach zählt die Temperatur, und die richtet sich nach dem Pflegeetikett. Wo ein Logo aufsitzt, endet die Skala bei 30 Grad. Die Hygienewäsche übernimmt dann eine zweite, unveredelte Ladung.
Eine amtlich fixierte Pauschale gibt es nicht. Die Reinigungskosten für typische Berufskleidung zählen zu den Werbungskosten, und ohne Belege dürfen Sie sie anhand nachvollziehbarer Kriterien schätzen. Der Rechenweg läuft über die Menge. Sie halten fest, wie viele Maschinenladungen Berufskleidung im Jahr anfallen. Dagegen setzen Sie die anteiligen Kosten für Wasser, Strom und Waschmittel. Wie sich das aufstellen lässt, zeigt unser Beitrag Arbeitskleidung von der Steuer absetzen.
Zeigt das Pflegeetikett das durchgestrichene Waschsymbol, gehört das Teil in die professionelle Textilreinigung. Versuchen Sie es nicht mit Handwäsche oder Hausmitteln, da Spezialbeschichtungen und Imprägnierungen dabei verloren gehen. Leichte Auffrischung zwischendurch gelingt durch Auslüften und punktuelles Abtupfen mit einem feuchten Tuch.
Zeigt das Pflegeetikett das durchgestrichene Waschsymbol, gehört das Teil in die professionelle Textilreinigung. Versuchen Sie es nicht mit Handwäsche oder Hausmitteln, da Spezialbeschichtungen und Imprägnierungen dabei verloren gehen. Leichte Auffrischung zwischendurch gelingt durch Auslüften und punktuelles Abtupfen mit einem feuchten Tuch.
Haltbarkeit beginnt bei der Veredelung
Gute Pflege verlängert zwar die Lebensdauer, entscheidend ist aber auch die Qualität der Kleidung und der Veredelung. Wenn Sie Ihr Team mit Firmenkleidung neu ausstatten möchten, beraten wir Sie gern zur passenden Veredelung für Ihr Motiv und Ihren Stoff.